Wer fährt mit in die Bretagne? - Jugendaustausch für Sommer 2023

Im Rahmen des Jugendaustauschs der Partnerschaft zwischen Herschbach und Pleudihen-sur-Rance findet vom 15. bis 26. August 2023 eine Fahrt für Jugendliche im Alter von 11 bis 17 Jahren in die Bretagne statt. Wie der Förder- und Freundschaftskreis Partnerschaft Pleudihen-sur-Rance - Herschbach/Uww. mitteilt, sind die Gäste aus Herschbach und Umgebung während ihres Aufenthalts in Gastfamilien untergebracht und nehmen mit ihren französischen Austauschpartnern an einem vielseitigen, abwechslungsreichen und spannenden Freizeitprogramm teil. Es werde eine bunte Mischung aus Sport, Spiel und Spaß geboten, zu der unter anderem Ausflüge in die nördliche Bretagne und ans Meer gehören.

Auch das Lernen der jeweiligen Fremdsprache komme nicht zu kurz. "Auch die Abende werden gemeinsam verbracht und sind - neben dem obligatorischen Discoabend - meistens der Vorbereitung des Rahmenprogramms für den großen Abschlussabend gewidmet", so der Förder- und Freundschaftskreis in seiner Presseinformation.

Die Kosten für Fahrt belaufen sich je nach Teilnehmerzahl auf circa 350 bis 400 Euro. Dieser Preis beinhaltet neben den Fahrtkosten auch die Unterkunft mit Vollverpflegung und die Teilnahme am kompletten Freizeitprogramm. "Dank der großzügigen Unterstützung des Deutsch-Französischen Jugendwerks (DFJW) ist es uns möglich, die Jugendfreizeit so günstig anzubieten", betont der Partnerschaftsverein.

Wer Interesse hat und gerne beim Jugendaustausch mit dabei sein möchte, kann sich ab sofort bei Cordula Simmons anmelden, Telefon 0152 5995 5249 oder per E-Mail an die Adresse herschbach.pleudihen@aol.com .


Beim Abschied flossen dann die Tränen

Dienstag, 30. August 2022, Westerwälder Zeitung / Lokales

In der Bretagne machten die Jugendlichen zahlreiche Ausflüge. Unter anderem fuhr die
Gruppe aus dem Westerwald nach St. Malo. Foto: Förder- und Freundschaftskreis
Partnerschaft Pleudihen-sur-Rance–Herschbach

Doppelter Jugendaustausch zwischen Pleudihen-sur-Rance und

Herschbach/Uww. war ein Erfolg

 

Herschbach/Uww. Nachdem der bereits seit mehr als 40 Jahren regelmäßig stattfindende Jugendaustausch zwischen Herschbach und Pleudihen-sur-Rance in den vergangenen beiden Jahren Corona-bedingt ausfallen musste, war es in diesem Jahr wieder so weit: Zehn Kinder und Jugendliche aus Herschbach und umliegenden Dörfern und 13 Altersgenossen aus Pleudihen-sur-Rance und Umgebung verbrachten zwei gemeinsame Wochen mit ihren Betreuern sowohl in der Bretagne als auch im Westerwald. Dieses neue Format hatten sich die Verantwortlichen als Besonderheit für den Neustart ausgedacht.
Wie der Förder- und Freundschaftskreis Partnerschaft Pleudihen-sur-Rance–Herschbach berichtet, legte sich die Aufregung bei der Ankunft in der Partner‐gemeinde dank des herzlichen Empfangs und des unkomplizierten Kennen‐lernens der Gegenseite schnell: Die deutschen Teilnehmer waren ausnahmslos in Gastfamilien untergebracht. Zusammen mit ihren französischen Austauschpartnern nahmen sie an dem vielseitigen Freizeitprogramm teil, das der dortige Partnerschaftsausschuss mit viel Engagement organisierte.
Das Programm umfasste zahlreiche Ausflüge in die Umgebung, zum Beispiel zur Besichtigung der Städte St. Malo, Dinan und Dinard, Marktbesuche, Badenachmittage an unterschiedlichen Stränden, Kajakfahrten auf der Rance,
Klettern im Kletterwald und einen Besuch des Freizeitparks „Cobac Parc“. Auch das spielerische Lernen der jeweiligen Fremdsprache kam nicht zu kurz. Die Abende waren der Vorbereitung des Programms für den Abschlussabend gewidmet. Die Kinder und Jugendlichen übten gemeinsam Tänze und musikalische Darbietungen ein, die sie den Gasteltern, Betreuern und Freunden der Partnerschaft am letzten Abend präsentierten. Wie immer sei es eine erlebnisreiche Zeit mit den französischen Freunden gewesen, heißt es im Nachbericht des Förderkreises. Der Abschied von Pleudihen verlief in diesem Jahr dagegen etwas weniger tränenreich, da die französischen Freunde mit in den Westerwald fuhren, um dort den Austausch weiterzuführen.
Auch auf deutscher Seite waren die französischen Kinder und Jugendlichen wiederum in den Familien ihrer Austauschpartner untergebracht. Gemeinsam hatten sie viel Spaß etwa beim Grillen am Sportlerheim der SG Herschbach-Schenkelberg und beim Schwimmen an der Klingelwiese, im Postweiher und im Freibad Herschbach sowie bei den Ausflügen in die Region.
Auch in Herschbach übte man abends weiter an den Tänzen. Der zweiwöchige Austausch endete mit einem großen Finale, an dem Gasteltern, Betreuer und Freunde der Partnerschaft den Austausch mit Vorträgen, Tänzen und der Präsentation von Fotos der gemeinsamen Zeit ausklingen ließen.

Nach zwei erlebnisreichen Wochen fuhr die französische Delegation wieder nach Hause. Nur ungern ließen die deutschen Freunde die französischen Jugendlichen und ihre Betreuer gehen. Entsprechend flossen dann doch auf beiden Seiten die Tränen. red
Wer Interesse an der Partnerschaft zwischen Herschbach und Pleudihen hat und sich einbringen oder im nächsten Jahr am Jugendaustausch teilnehmen möchte (französische Sprachkenntnisse sind dafür keine Voraussetzung),
kann sich unter der E-Mail-Adresse herschbach.pleudihen@aol.com mit dem Verein in Verbindung setzen.


Gemeindepartnerschaft

Seit September 1979 besteht eine Gemeindepartnerschaft mit der Gemeinde Pleudihen-sur-Rance (Frankreich).

 

 

Im Dezember 1978 besuchte eine Delegation aus Pleudihen die Gemeinde Herschbach.

 

Im Mai 1979 erfolgte der Herschbacher Gegenbesuch, um die Partnerschaft mit diesem Ort zu besiegeln.

 

Im September 1979 fand dann die offizielle Partnerschaftsfeier in Herschbach statt. In einer außerordentlichen Gemeinderatssitzung wurden die Partnerschaftsurkunden von den damaligen Bürgermeistern Dr. E. Playoust und Franz Beuler unterzeichnet.

 

 

Im Jahre 1981 fand dann unter der Betreuung von Herrn Günther Beuler und Frau Ulrike Pfeifer der erste Schüler- und Jugendaustausch statt. Seit dem werden diese jährlich bis zum heutigen Zeitpunkt fortgeführt. 

 

Am 25. Januar 2001 trafen sich 25 Freunde der Partnerschaft, um einen Verein zu gründen. Der Verein unterstützt den Partnerschaftsausschuss der Ortsgemeinde und bringt neue Ideen ein, um der Bevölkerung die Skepsis gegenüber der Partnerschaft zwischen der bretonischen Gemeinde Pleudihen-sur-Rance und Herschbach zu nehmen. Die Jugendarbeit ist jedoch oberstes Ziel des Vereines, denn "die Jugend ist der Garant für den Fortbestand  der  Partnerschaft  und  somit  auch für  den Frieden  in Europa", so der  damalige Vereinsvorsitzende.

 

 

Jubiläen werden abwechselnd in 5-Jahres-Abständen groß gefeiert, einmal in Pleudihen, anschließend ein Jahr später in Herschbach.


Impressionen von Pleudihen


40-jährige Partnerschaft wurde groß gefeiert

 

Am Mittwoch, 09. Mai machten sich abends gegen 21.00 Uhr knapp 100 Herschbacher und an der Partnerschaft Interessierte aus den umliegenden Ortsgemeinden mit zwei Bussen auf den Weg in die 900 km entfernte Herschbacher Partnergemeinde Pleudihen Sur Rance. Dort wollten wir in den darauffolgenden Tagen die Feierlichkeiten zu dem 40-jährigen Partnerschaftsjubiläum begehen.

Nach ziemlich genau 12 Stunden kamen wir am nächsten Morgen in Pleudihen an, wo wir schon von den französischen Freunden mit einem Frühstück erwartet wurden. Im Anschluss daran ging es in die einzelnen Unterkünfte oder zu den Gastfamilien. Am Nachmittag trafen wir uns dann im Cidre Museum, wo alle Gäste in die Kunst der Cidre Herstellung eingeweiht wurden und eine Verkostung stattfand. Der Abend gehörte dann wieder ganz den Gastgebern und ihren Gästen zur freien Verfügung. Am Freitagmorgen ging es nun mit drei Bussen zur Besichtigung des Fort La Latte, einer Befestigung aus dem 14. Jahrhundert. Diese imposante und denkmalgeschützte Burganlage beeindruckte alle Besucher. Im Anschluss fuhren wir zusammen an einen Strandabschnitt, an welchem wir ein Picknick machten. Unsere französischen Gastgeber hatten hierfür alles perfekt vorbereitet.

Perfekt ist auch das Stichwort für die Organisation / Durchführung der folgenden Veranstaltungen.

 

Gegen 18.00 Uhr trafen wir uns mitten im Herzen von Pleudihen zur Einweihung des neuen "Herschbacher Platzes".

 

David Boixiere (mein französischer Amtskollege) betonte, dass "Herschbach nun nicht nur im Herzen aller Einwohner von Pleudihen verankert sei, sondern auch nun sichtbar mitten im Herzen der Gemeinde". Gemeinsam mit dem Festausschuss und Erich Reifenberg als Ehrengast wurde der Platz dann feierlich übergeben. Im Anschluss daran fand die offizielle Feier in der Festhalle statt. Nach einer kurzen Begrüßung durch David Boixiere stellte Cordula Simmons stellvertretend für den deutschen Partnerschaftsverein die Bedeutung und die Geschichte der Partnerschaft in den letzten 40 Jahren sehr beeindruckend dar. Vielen Dank auch an dieser Stelle noch einmal dafür Cordula!

 

David Boixiere  freute sich so viele Gäste in Pleudihen begrüßen zu dürfen und freute sich auch über die zahlreichen Jugendlichen, die den Austausch beleben würden.

Neben unseren Gastgeschenken - auf die ich noch einmal gesondert eingehen werde - hatte ich eine Linde mit herzförmigen Blättern als Symbol der Freundschaft mitgebracht. Vor vierzig Jahren hatten beide Bürgermeister in ihren ersten Reden betont, dass aus den Beziehungen ein starker Baum der Freundschaft erwachsen werde. Daher passte die Linde und schloss den Kreis zu den damaligen Reden. Im Anschluss wurde bis in die frühen Morgenstunden gefeiert. Ein DJ sorgte für ausgelassene Stimmung und ein Kuchen mit Feuerwerkt für weitere emotionale Höhepunkte.

Am Samstagmorgen fuhren wir dann nach St. Malo. Hier wanderten wir auf der 1,6 km langen Stadtmauer und genossen bei gutem Wetter das tolle Flair dieser wunderschönen mittelalterlichen Stadt. Um 18.00 Uhr begann dann der deutsch - französische Gottesdienst mit Elementen in beiden Sprachen. Im Anschluss daran legten David Boixiere und ich zusammen mit zwei Kindern einen Kranz am Kriegerdenkmal nieder. Hiernach wurde die Europahymne auf französisch gesungen.

Gegen 19:30 Uhr begann dann die informelle Abendveranstaltung an einem weiteren malerischen Ort der Gemeinde. Hier wurden hunderte selbstgemachte Crepes und Galettes gereicht. Dazu gab es Cidre, Wein, französisches sowie deutsches Bier. Auch diese Feierlichkeit ging bis nach Mitternacht. Es wurden viele Gespräche mit unseren Freuden geführt, in Erinnerungen geschwelgt und neue Pläne geschmiedet! Kurzum, es war einfach herrlich. Die vielen positiven Eindrücke und vor allem die vielen herzlichen Emotionen lassen sich hier überhaupt nicht annähernd beschreiben. Am nächsten Morgen trafen wir uns um 08:30 Uhr am Abfahrtsort und weil Muttertag war, erhielt jede Mutter von David und mir noch eine Rose überreicht. Er wiederum startete noch einen Konvoi mit deutschen und französischen Flaggen bis zur Autobahn. Was soll ich da noch schreiben? Wir freuen uns nun auf die Feierlichkeiten im kommenden Jahr an Pfingsten hier in Herschbach und ich möchte mich noch einmal bei allen Mitfahrern und Trägern der Partnerschaft sowie allen Organisatoren und Helfern recht herzlich bedanken!