· 

Corona-Virus

Liebe Herschbacher Mitbürgerinnen und Mitbürger,

vielen Dank für das Teilen meiner Informationen und die positiven Rückmeldungen. Da das Amtsblatt nur einmal die Woche kommt, ist dies die schnellste Art der Kommunikation. Auf Grund der aktuell sich fortschreitenden Entwicklung möchte ich Sie hiermit wieder auf den aktuellen Stand für unsere Gemeinde bringen und an ihr Verantwortungsbewusstsein appellieren! Es wurden noch klarere Worte gewünscht und ich hoffe, die folgenden Worte sind klar genug:

Gestern wurden bundesweit weitere einheitliche Regeln verabschiedet, die die Ausbreitung des Corona Virus verlangsamen oder eindämmen sollen. Am Freitag und am Samstag hatte ich auch Gespräche mit unserem Apotheker vor Ort, Herrn Götz, und unserem Hausarzt Dr. Paczulla. Beide machten mir den Ernst der Lage noch einmal sehr deutlich!

Bitte halten Sie sich spätestens jetzt an die nun verabschiedeten Empfehlungen zum Schutze von uns allen und Ihnen selbst! Es ist unverantwortlich, dass sich Jugendliche am späten Freitagabend feiernd im Bereich der Grundschule aufhalten und von der Polizei nach Mitternacht angesprochen und nach Hause geschickt werden müssen. Was denken sich deren Eltern? Es ist aber ebenso unverantwortlich, wenn sich ältere Mitbürger weiterhin zum morgendlichen „Stammtisch“ treffen oder kränkelnde Menschen (es muss nicht Corona sein!) ihrem Beruf weiter nachgehen. Alles das geht nicht zum Schutz unserer Gemeinschaft!!!

 

 

 

 

Vielleicht ist es auch sinnvoll, bildlich zu sprechen: Wenn auch nur die gegenwärtige Sterblichkeitsrate auf Herschbach übertragen wird, werden wir statistisch gesehen 11 geliebte Menschen verlieren! Die Trauerfeierlichkeiten müssen ab sofort im engsten Familienkreis abgehalten werden. Was das bedeutet haben wir nach behördlicher Empfehlung einmal in der Leichenhalle dargestellt! Zwei Meter Abstand zwischen jedem Trauernden. Bitte helfen Sie mit, dass es nicht so weit kommt!


 

Es gibt aber auch positive Beispiele, wie man verantwortungsbewusst und ohne behördlichen Zwang mit dieser Situation umgehen kann. Unsere Gärtnerei Rudolph hat aus Vorsorge für die Kunden und sich selbst seit letzter Woche freiwillig geschlossen. Dies sei als ein Beispiel hier erwähnt.

Unsere Restaurants haben auf Abhol- und Bringservice umgestellt und halten die Hygiene- und Abstandsregeln ein.

Die Lebensmittelhändler (Metzgerei, Bäckerei, Großmärkte, ...) mit all ihren Zulieferern tun alles, um uns zu versorgen. Tun wir alles, um diese Menschen zu schützen, indem wir Abstand halten und in kleine Läden zum Beispiel einzeln eintreten. Herr Fellenzer hat mir noch einmal bestätigt, dass es genügend Ware gibt!


Am kommenden Donnerstag findet wie geplant die Blutspende in der Festhalle statt. Bitte gehen Sie hin und leisten einen kleinen Beitrag für unser Gesundheitssystem und kranke Mitmenschen!

An alle Gastronomen, Händler, Dienstleister von Herschbach und unserer nächsten Umgebung: Sie bieten einen Liefer- oder Abholservice? Wir helfen, dass er genutzt wird. Melden Sie Name, Adresse, Art des Angebots, Tel-Nr, evtl. Homepage, Zeiten und falls vorhanden ihr Logo. Wir versuchen es dann auf unsere Homepage zu setzen (www.herschbach.de) !

Gemeinsam meistern wir diese Krise! Vielleicht kann man ja hier und da aber etwas Gutes bewirken, indem man Gutscheine dieser Betriebe / Lokale / Gaststätten /… kauft, um den Betreibern zu helfen!

Zur offenen Kommunikation gehört es auch zu sagen, dass es laut Homepage des Westerwaldkreises zurzeit 88 bestätigte Fälle mit Corona Virus gibt (Stand 22. März) und wir wohl die ersten Fälle / den ersten Fall von Corona Patienten hier in Herschbach haben. Im Nachgang meines letzten Updates bekam ich entsprechende Nachrichten, die anscheinend stimmen. Als Ortsbürgermeister werde ich aber NICHT über offizielle Kanäle darüber informiert. Von entsprechenden Nachfragen bitte ich daher abzusehen.

Es macht auch keinen Sinn, eine „Hexenjagd“ auf diese Menschen zu veranstalten. Ganz im Gegenteil: Wir ALLE (Infizierte und Nichtinfizierte) müssen jetzt und zukünftig mit dieser Situation für die Gemeinschaft VERANTWORTUNGSVOLL für uns selbst und für alle anderen umgehen! Wenn die Schätzung von 60-80 % aller Bürger als mögliche Infizierte spricht und somit theoretisch jeder von uns früher oder später betroffen sein kann, müssen wir uns als Ortsgemeinde fragen: Wie kann man den Erkrankten in der Isolation zu Hause helfen, damit sie zu Hause bleiben?! Nachbarschaftshilfe für ältere Mitmenschen und Erkrankte sollte jetzt das oberste Gebot der Stunde sein! Hierzu habe ich auch schon positive Rückmeldungen erhalten.

Abschließend möchte ich mich ausdrücklich bei allen bedanken, die: an der Kasse sitzen, Waren einräumen oder ausliefern, Post und Zeitungen austragen, im Krankenhaus oder im Pflegebereich arbeiten und bei Allen, die ich hier jetzt vergessen habe. Ohne Sie, wären wir alle viel schlechter dran!!! Tragen wir unseren Teil dazu bei, dass Sie für die Gesellschaft weiter da sein können und danken es Ihnen mit einem Lächeln und halten den Mindestabstand ein!

Bleiben Sie gesund!

Ihr Axel Spiekermann

Ortsbürgermeister Herschbach

 

Weiter beschlossene Maßnahmen:

 

I. Die Bürgerinnen und Bürger werden angehalten, die Kontakte zu anderen Menschen außerhalb der Angehörigen des eigenen Hausstands auf ein absolut nötiges Minimum zu reduzieren.

II. In der Öffentlichkeit ist, wo immer möglich, zu anderen als den Angehörigen des eigenen Hausstands, ein Mindestabstand von mindestens 1,5 m einzuhalten.

III. Der Aufenthalt im öffentlichen Raum ist nur alleine, mit einer weiteren nicht im Haushalt lebenden Person oder im Kreis der Angehörigen des eigenen Hausstands gestattet. Verstöße gegen die Kontakt-Beschränkungen sollen von den Ordnungsbehörden und der Polizei überwacht und bei Zuwiderhandlungen sanktioniert werden.

IV. Der Weg zur Arbeit, zur Notbetreuung, Einkäufe, Arztbesuche, Teilnahme an Sitzungen, erforderlichen Terminen und Prüfungen, Hilfe für andere oder individueller Sport und Bewegung an der frischen Luft sowie andere notwendige Tätigkeiten bleiben selbstverständlich weiter möglich.

V. Gruppen feiernder Menschen auf öffentlichen Plätzen, in Wohnungen sowie privaten Einrichtungen sind angesichts der ernsten Lage in unserem Land inakzeptabel.

VI. Gastronomiebetriebe werden geschlossen. Davon ausgenommen ist die Lieferung und Abholung mitnahmefähiger Speisen für den Verzehr zu Hause.